musician's projects

m u s i d a c t i c s    

      

BOOGIE-PATTERNS FÜR DIE LINKE HAND (3) – Heft 06/‘97  

Ein halbes Jahr ist nunmehr vergangen, seitdem ich in den Folgen 10/96 und 11/96 insgesamt 16 Boogie-Patterns für die linke Hand vorgestellt hatte. Vielleicht kann sich noch der Eine oder Andere daran erinnern, dass ich damals zum Wettstreit im Einsenden weiterer Patterns aufgerufen hatte. Schließlich, so dachte ich, gibt es unter den Boogie-Pianisten etliche, die im Laufe ihrer Spielpraxis auf ein paar individuelle, etwas von der „Norm“ abweichende Grooves gekommen sind und die damit unsere kleine Sammlung bereichern möchten.  

Den Beweis dafür, dass diese Vermutung nicht ganz falsch war und dass es in der Auswahl der vorgestellten Pattern durchaus noch Lücken zu füllen gibt, hat Silvan Zingg, Boogie-Pianist aus Manno in der Schweiz erbracht - vielen Dank noch mal an dieser Stelle!. Schade ist zwar, dass dies vorerst der einzige Leser-Beitrag zu diesem Thema geblieben ist, aber vielleicht fühlt sich mit der heutigen Folge noch wieder jemand herausgefordert, seine Betriebsgeheimnisse wenigstens teilweise zu lüften.

Von Silvan hatte ich bereits recht kurze Zeit nach dem Erscheinen der o. g. Beiträge einen Brief incl. Noten mit insgesamt 4 Varianten erhalten, die hier in den Patterns 1 bis 4 abgebildet sind.

... und als MIDI-File

... und als MIDI-File

... und als MIDI-File

... und als MIDI-File

 

Selbstverständlich hatte ich mich sofort nach dem Erhalten der Noten mal hingesetzt und sie ausprobiert - oder es zumindest versucht. Da ich mich nicht gerade als routinierter Boogie-Spezialist einstufen würde, gebe ich auch gerne zu, dass mir der Umgang damit im schnellen Tempo zunächst mal recht schwer gefallen ist. Aber nicht nur der Schwierigkeitsgrad lässt erkennen, dass Silvan offenbar im Boogie und Blues zuhause ist.

Gezwungenermaßen erstmal langsam übend fiel mir nämlich auf, dass die Grooves im Hinblick auf ihr Tempo sehr flexibel einsetzbar sind - also auch langsam gespielt gut klingen. Das finde ich sehr schön, weil man sie dadurch üben und gleichzeitig bereits im Spiel verwenden kann.

Mit Ausnahme des Pattern 1 handelt es sich bei den anderen Beispielen im Grunde um eine Reihe von Variationen zu den Notenbeispielen 3 und 4 aus dem Heft 11/96. Es lohnt sich aber gerade, möglichst viele solcher Varianten zu checken, weil dadurch die Flexibilität im praktischen Spiel erheblich gesteigert werden kann. Aus diesem Grunde habe ich hier mit den Patterns 5 bis 8 diese Reihe gleich noch ein wenig fortgesetzt.

... und als MIDI-File

... und als MIDI-File

... und als MIDI-File

... und als MIDI-File

Übrigens kann es sinnvoll sein, auch (aber nicht nur) in Abhängigkeit von der Tonart verschiedene Fingersatz-Varianten auszuprobieren (siehe Pattern 5 und 6).

Wie eingangs schon gesagt, möchte an dieser Stelle keineswegs einen Schlussstrich unter die Boogie-Pattern ziehen und noch einmal dazu ermuntern, weitere Ideen dazu beizutragen.

Drucken